Wert schöpfen durch erfolgreiche Projekte

Die Projektwirtschaft prägt Deutschland wie kein anderes Land. Aktuell liegt der durchschnittliche Anteil der Projekttätigkeit in Unternehmen bei über 40 Prozent. Rein rechnerisch generieren Projekte eine Wertschöpfung von mehr als 1 Billion Euro – mit steigender Tendenz. Ob klassisch oder agil – Projektmanagement ist von enormer Bedeutung und sollte keinesfalls nur halbherzig betrieben werden. Der Ehrenvorsitzende der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement, Reinhard Wagner ist überzeugt: „Die Projektarbeit wird weiter zunehmen. Auch die in der Vergangenheit eher durch Standards geprägte Verwaltungsarbeit wird durch Projekte rundum erneuert. Projekte und Projektmanagement werden damit zur Basisanforderung für Führungskräfte wie Mitarbeiter, in allen Bereichen der Gesellschaft, vor allem auch im Gesundheitswesen. Sich ändernde politische, gesellschaftliche und auch klimatische Rahmenbedingungen sowie immer kürzere von der Digitalisierung getriebene technische Innovationszyklen führen hier zu einem nie dagewesenen Berg an Projekten. Sie fordern alle Beteiligten und fast immer ganz besonders die Technik als zentrale Schnittstelle. Agilität wird vor diesem Hintergrund ebenso zu einer Schlüsselqualifikation wie durchdachte Kommunikation und ein sensibles Changemanagement.

Werden Sie auf unserer Fachtagung Technik im Krankenhaus 2019 zum Projektprofi!


Kurzbeschreibung der Vorträge:

NASA-Strategien fürs Krankenhaus

Die von der NASA entwickelte Strategie des „Crew Ressource Managements“ hilft auch am Boden dabei, in jeder Situation souverän und zielorientiert zu handeln. Ein Tornadopilot wird auf der Fachtagung Technik im Krankenhaus die hocheffizienten Werkzeuge und Methoden aus der Luft- und Raumfahrt auf das Gesundheitswesen übertragen. Er wird zeigen, wie Entscheidungen besser getroffen werden, Teams effektiver arbeiten, Stress reduziert, Leistung gesteigert sowie folgenschwere Fehler und Kosten minimiert werden. Ralph Eckhardt war 20 Jahre lang unter anderem als Mission Commander der NATO tätig. Heute ist er Fluglehrer, 747-Kapitän bei einer großen Airline und außerdem Mitglied im Beirat des Aktionsbündnisses Patientensicherheit CRISforte. In diesem Gremium begleitet Eckhardt die Einführung moderner Fehler-Management-Methoden in die Medizin.

 

Der Fluch der ersten Zahl

Vermeintlich misslungene Großprojekte sind bei genauerer Betrachtung selten an der Umsetzung gescheitert. Misslungen ist vielmehr die Ersteinschätzungen dessen, was man haben wollte und was man dafür gebraucht hätte – finanzielle Mittel, Zeit, Kompetenzen, … Dazu kommt sehr oft die Kommunikation unsicherer Daten. „Bevor man in Neubau- oder Sanierungsmaßnahmen startet, sollte man daher sehr genau ermitteln, welche Unternehmensziele man mit der Maßnahme erreichen möchte und wie man diese zuverlässig erreichen kann. Große Bedeutung kommt hier vor allen Dingen auch entsprechend qualifizierten Mitarbeitern in ausreichender Zahl zu“, erklärt Wolfgang Großmann. Fast alle Probleme in Großprojekten ergeben sich nämlich aus menschlichen Defiziten. Der Geschäftsführer einer Münchner Baugesellschaft erörtert auf der Fachtagung in Gelsenkirchen, was die Krankenhaustechnik draufhaben sollte und wie viel Manpower nötig ist, um zusätzlich zum technischen Alltag auch noch größere oder kleinere Bauvorhaben erfolgreich abzuwickeln.

 

Herr am Bau bleiben

Immer mehr Bauherren erliegen dem Charme von Generalunternehmern. „Mit der Verantwortung geben Bauherren jedoch auch die Kontrolle aus der Hand“, mahnt der bekannte Krankenhausarchitekt Prof. Linus Hofrichter. Wo immer möglich, sollten sich Bauherren deshalb die Aufsicht über die ordnungsgemäße Umsetzung ihrer Vorhaben und die Möglichkeit, in das Geschehen einzugreifen, nicht aus der Hand nehmen lassen. Hofrichter gibt seinen Zuhörern in Gelsenkirchen Leitlinien für das professionelle Projektmanagement von Baumaßnahmen an die Hand.

 

Freiräume schaffen mit smarter Instandhaltung

Das neue Eltern-Kind-Zentrum (ELKI) des Universitätsklinikums Bonn in der Welt der unbegrenzten digitalen Möglichkeiten zu etablieren, ist eine zentrale Mission dieses 94-Millionenprojekts – den smarten Betrieb der mehr als 3000 neu angeschafften medizintechnischen Geräte inbegriffen. Vor dem Hintergrund einer weiterhin rasant voranschreitenden Technisierung unserer Krankenhäuser schaffe die Digitalisierung des Gerätemanagements Lösungen für den Fachkräftemangel, betont Marcus Krüger, Abteilungsleiter und Beauftragter für Medizinproduktesicherheit am Universitätsklinikum Bonn. Dadurch, dass die Auslastung der Mitarbeiter in einem digitalisierten Instandhaltungssystem nicht proportional zum Gerätezuwachs steigen muss, können außerdem sonst notwendige externe Vergaben von Instandhaltungs- und Wartungsmaßnahmen eingespart und in Eigenregie durchgeführt werden.

 

Werkzeuge richtig nutzen

Technische Werkzeuge müssen zu den Projekten, zu den Aufgaben und zu ihren Anwendern passen. Außerdem sollten sie optimal aufeinander abgestimmt sein. Das setzt eine klare Definition der Erwartungen voraus und im zweiten Schritt eine sorgfältige Implementierung. Durch Schulung und kontinuierliche Verbesserung gilt es, Werkzeuge und Prozesse schließlich zu einer Einheit zu schmieden und damit den Anforderungen gerecht zu werden. Auch dazu mehr in Gelsenkirchen von Thomas Böhm, Dozent im Masterstudiengang Projektmanagement der Management Academy Heidelberg.

 

Am langen Hebel

Wer beim Thema „Nachhaltigkeit und Umweltschutz“ in der Speisenzubereitung zunächst an Effizienzmaßnahmen in der energieintensiven Küche denkt, sieht nur die Spitze des Eisbergs. Die Auswirkungen der Speiseversorgung auf die Umwelt sind weitaus vielschichtiger und auch größer, als man auf den ersten Blick meint. Ein mehrfach preisgekröntes Projekt an den LWL-Kliniken Münster und Lengerich zeigt, dass man hier sehr viel bewirken kann. Auf der Fachtagung Technik im Krankenhaus berichtet der stellv. Kaufmännische Direktor, Thomas Voß, über die Berücksichtigung von Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz bei der Sanierung der Küche, den Einsatz von Produkten aus dem ökologischen Landbau, die Zusammenarbeit mit Erzeugern aus der Region und Möglichkeiten zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen. Seine Beispiele zeigen, dass man auch mit den begrenzten finanziellen Ressourcen, die Krankenhäusern zur Verfügung stehen, viel erreichen kann.

 

Keine Panik!

Je weniger wir wissen, umso mehr Unsicherheit, Aufregung und Stress beherrschen unser Arbeiten. Das oft anzutreffende Projektprinzip DDDP (Do, Do, Do, Panic) sollte von der weit effektiveren Handlungsmaxime PDCA (Plan, Do, Check, Act) abgelöst werden“, rät Diethelm von der Heyde. In Gelsenkirchen beschreibt er die Einführung des sogenannten „Regensburger Modells“ bei der Katholischen Hospitalvereinigung Ostwestfalen. Eine deutlich gesteigerte Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit sind neben weit effektiveren Prozessen die erfreulichen Resultate dieses Kulturwandels, der den Patienten in den Mittelpunkt stellt.

 

Geballte Erfahrung

„Klar, Projekte kosten Geld. Viele Vorhaben scheitern jedoch nicht an knappen finanziellen Mitteln, sondern weil die Beteiligten in einer Projektmatrix agieren, mit der sie nicht klarkommen“, erklärt Martin Blasig. Der Geschäftsführer der Essener Contilia GmbH wird auf der diesjährigen Fachtagung Technik im Krankenhaus aus dem Nähkästchen seiner jahrelangen Projekterfahrung plaudern.

 

Immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel

Die Trennung zwischen kaufmännischer, ärztlicher und Pflegeleitung bildet in vielen Häusern tiefe „Gräben“. Über diese Gräben hinweg einen bestmöglichen Betrieb und Fortschritt zu ermöglichen, ist nicht immer einfach. Nur allzu schnell sitzt die Technik dabei zwischen allen Stühlen. Anhand von zwei konkreten Projektbeispielen – einem Klinikneubau und einer Klinikfusion – erörtert der Projektlotse Olaf Hinz auf der diesjährigen Fachtagung Technik im Krankenhaus, wie Projekte in Krankenhäusern aufgesetzt werden sollten, um Gräben zwischen nur auf den ersten Blick abweichenden Interessen und Bedürfnissen unterschiedlicher Abteilungen und Fachschaften zuzuschütten oder erst gar nicht entstehen zu lassen.